{"id":5475,"date":"2023-08-30T06:00:20","date_gmt":"2023-08-30T04:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=5475"},"modified":"2023-08-29T17:06:47","modified_gmt":"2023-08-29T15:06:47","slug":"krise-in-der-bauindustrie-spitzt-sich-weiter-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=5475","title":{"rendered":"Krise in der Bauindustrie spitzt sich weiter zu"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><p>Die deutsche Baubranche befindet sich in einer unsicheren Lage, da hohe Zinsen und gestiegene Baupreise den Neubau von Wohn- und Gewerbeimmobilien bremsen. Es kommt vermehrt zu Stornierungen von Bauprojekten. Frank Liebold, Country Director Deutschland beim Kreditversicherer Atradius, erkl\u00e4rt, dass sich die Lage f\u00fcr die deutsche Baubranche in den letzten Monaten erheblich verschlechtert hat. Der Wohnungsbau verzeichnet einen Auftragsr\u00fcckgang von 30 Prozent, und es ist keine kurzfristige Entspannung in Sicht.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung betrifft auch die Projektentwickler, deren Liquidit\u00e4t in letzter Zeit stark abgenommen hat, wie die R\u00fcckmeldungen der Atradius-Kunden zeigen. Die Nichtzahlungsmeldungen in der Baubranche sind in den ersten sieben Monaten dieses Jahres bereits um etwa 33 Prozent gestiegen. Liebold prognostiziert, dass sich das Zahlungsrisiko in der Branche in den kommenden Monaten weiter erh\u00f6hen wird. Obwohl die Unternehmen derzeit oft noch von ihren Auftragsbest\u00e4nden leben, k\u00f6nnte sich dies ab Herbst versch\u00e4rfen. Besonders betroffen sind die kleineren Bauunternehmen, da sie bei abrupten Auftragsr\u00fcckg\u00e4ngen weniger widerstandsf\u00e4hig sind. Dies betrifft einen erheblichen Teil der Unternehmen in der Baubranche insgesamt, da 85 Prozent der deutschen Unternehmen in dieser Branche weniger als 20 Besch\u00e4ftigte haben und in schwierigen Zeiten ihr operatives Gesch\u00e4ft immer schwerer aufrechterhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Laut aktuellen Zahlen stieg die Zahl der Bauinsolvenzen im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent. Der Kreditversicherer Atradius rechnet f\u00fcr das Gesamtjahr mit einem Anstieg zwischen 15 und 20 Prozent. Allerdings sind nicht alle Bereiche von der aktuellen Branchenkrise betroffen. Unternehmen, die sich auf Infrastrukturprojekte, insbesondere im Zusammenhang mit der Energiewende, und auf das Elektro-Handwerk konzentrieren, haben nach wie vor gut gef\u00fcllte Auftragsb\u00fccher. Das Baunebengewerbe ist erfahrungsgem\u00e4\u00df weniger konjunkturanf\u00e4llig als das Bauhauptgewerbe, da die Ausbauer erst zum Zuge kommen, wenn der Rohbau fertiggestellt ist. Dies bedeutet jedoch auch, dass die Krise im Bauhauptgewerbe mit zeitlicher Verz\u00f6gerung auch das Baunebengewerbe beeinflussen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Besonders problematisch ist der Wohnungsbau. Bis zur Jahresmitte ist die Zahl der Baugenehmigungen f\u00fcr Neubauprojekte im Vergleich zum Vorjahr um 28,5 Prozent zur\u00fcckgegangen. Insgesamt k\u00f6nnte die Zahl der neu fertiggestellten Wohneinheiten in Mehr- und Einfamilienh\u00e4usern in diesem Jahr auf 223.000 und 2024 sogar auf 177.000 sinken &#8211; deutlich weniger als das von der Bundesregierung angestrebte Ziel von j\u00e4hrlich 400.000 neuen Wohnungen. Liebold betont, dass dringender Handlungsbedarf besteht und es w\u00fcnschenswert w\u00e4re, wenn es von staatlicher Seite St\u00fctzungsma\u00dfnahmen geben w\u00fcrde. Die Politik ist sich bewusst, dass Bauen und Wohnen bezahlbar bleiben m\u00fcssen. Aus seiner Sicht ist es<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Baubranche befindet sich in einer unsicheren Lage, da hohe Zinsen und gestiegene Baupreise den Neubau von Wohn- und Gewerbeimmobilien bremsen. Es kommt vermehrt zu Stornierungen von Bauprojekten. Frank Liebold, Country Director Deutschland beim Kreditversicherer Atradius, erkl\u00e4rt, dass sich die Lage f\u00fcr die deutsche Baubranche in den letzten Monaten erheblich verschlechtert hat. 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