{"id":5042,"date":"2022-05-24T05:30:30","date_gmt":"2022-05-24T03:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=5042"},"modified":"2022-05-24T11:17:59","modified_gmt":"2022-05-24T09:17:59","slug":"immobilien-kommentar-sehr-hoch-bewertet-aber-kein-systemisches-risiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=5042","title":{"rendered":"Immobilien-Kommentar: Sehr hoch bewertet, aber kein systemisches Risiko"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><p><strong>Eine der gr\u00f6\u00dften Folgen der Corona-Krise ist ein neues Inflationsregime. Anzeichen f\u00fcr diesen Trend gab es bereits 2021, als die Preise weltweit so stark anstiegen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. So hei\u00dft es in einem Kommentar von Vincent Mortier, Chief Investment Officer des Asset Managers Amundi.<\/strong><\/p>\n<p>Verst\u00e4rkt wurde diese Dynamik laut Mortier durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine, der die Energiepreise erheblich in die H\u00f6he getrieben und bereits bestehende Engp\u00e4sse in der Versorgungskette weiter versch\u00e4rft hat. Anleger erweiterten daher zunehmend ihren Investmenthorizont, um den realen Wert ihrer Investitionen zu erhalten, unter anderem mit einem Blick auf die globalen Immobilienm\u00e4rkte. Trotz des Corona-Schocks seien die Immobilienpreise in den meisten Industriel\u00e4ndern sowie in einigen Schwellenl\u00e4ndern weiter gestiegen, mit regionalen Unterschieden. Allerdings steigen die Preise in verschiedenen L\u00e4ndern parallel und deutlich, so dass sich die Frage nach einem m\u00f6glichen \u201egemeinsamen Faktor\u201c f\u00fcr diesen Anstieg stelle. Ein m\u00f6glicher Aspekt seien die geldpolitischen Anreize der gro\u00dfen Zentralbanken in Verbindung mit einer starken Nachfrage sowohl aus privaten Gr\u00fcnden \u2013 so habe die Pandemie die Nachfrage nach Einfamilienh\u00e4usern angekurbelt \u2013 als auch aus Investitions\u00fcberlegungen. Der Wunsch, in Sachwerte zu investieren, werde st\u00e4rker.<\/p>\n<p>In den G10-Staaten versch\u00e4rften steigende Immobilienpreise und eine h\u00f6here Verschuldung der privaten Haushalte die Sorge, Immobilien k\u00f6nnten zum Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine finanzielle Schieflage auf makro\u00f6konomischer Ebene werden. Die Situation \u00e4hnele derjenigen w\u00e4hrend der Finanzkrise 2008. Aktuell sei die Lage besonders kritisch, da die gro\u00dfen Zentralbanken ihre Konjunkturprogramme zur\u00fcckfahren. In den USA k\u00f6nnte der j\u00fcngste Anstieg der Hypothekenzinsen die Nachfrage der privaten Haushalte nach Wohnraum d\u00e4mpfen. Die derzeitige Lage erscheine jedoch weniger angespannt als in der Zeit vor der Lehman-Pleite. So d\u00fcrften Immobilien aus mehreren Gr\u00fcnden keine Quelle f\u00fcr Systemrisiken sein: In den meisten L\u00e4ndern steige die Kreditvergabe an private Haushalte \u2013 aber in geringerem Tempo als Mitte der 2000er Jahre. Auch die Verschuldung der privaten Haushalte scheine weniger problematisch zu sein als in der Zeit vor der Lehman-Pleite. In den USA sei das Profil des durchschnittlichen Kreditnehmers solider als Mitte der 2000er Jahre, als die Exzesse bei den Subprime-Krediten als Hauptursache f\u00fcr die nachfolgende Krise angesehen wurden.<\/p>\n<p>Chinas Immobilienmarkt befinde sich in einem anderen Zyklus als viele andere L\u00e4nder. Angesichts der j\u00fcngsten Schwierigkeiten gro\u00dfer inl\u00e4ndischer Bauunternehmen versuchten die Beh\u00f6rden, die chinesische Wirtschaft vom Immobiliensektor abzukoppeln und die spekulativen Kr\u00e4fte, die die Preise in die H\u00f6he getrieben haben, zu bremsen. China habe eine neue \u00c4ra der Wohnungsbauregelungen eingel\u00e4utet. Das Land nutze die Immobilienbranche jetzt nicht mehr als antizyklisches Instrument zur Ankurbelung der Wirtschaft. Deshalb erwarte Amundi einen R\u00fcckgang der Verk\u00e4ufe in diesem Jahr um etwa zehn bis 15 Prozent. Eine Amundi-Analyse des Risiko-Rendite-Profils zeige f\u00fcr alle Instrumente positive Renditen seit ihrem Auflegungsdatum, wobei US-Non-Agency-Papiere, also Private-Label-Papiere, im Allgemeinen h\u00f6here Renditen erzielen als staatlich garantierte Papiere. Das schlage sich in einer h\u00f6heren Risikopr\u00e4mie nieder. Was das Risiko betreffe, so scheinen \u00f6ffentlich gehandelte Real Estate Investment Trusts (REITs) aufgrund ihrer Aktienkomponente das volatilste Instrument zu sein. In jedem Fall k\u00f6nnen alle Instrumente Optionen sein, um ein global diversifiziertes Portfolio in einer Zeit hoher Inflation und steigender Zinsen zu erg\u00e4nzen. (<em>DFPA\/mb1<\/em>)<\/p>\n<p><em>Amundi ist eine b\u00f6rsennotierte Fondsgesellschaft mit Sitz in Paris. Das Unternehmen ist 2010 aus der Zusammenf\u00fchrung der Asset-Management-Aktivit\u00e4ten der franz\u00f6sischen Bankengruppen Cr\u00e9dit Agricole und Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale hervorgegangen.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amundi.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.amundi.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Folgen der Corona-Krise ist ein neues Inflationsregime. 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