{"id":500,"date":"2018-02-09T05:36:11","date_gmt":"2018-02-09T04:36:11","guid":{"rendered":"http:\/\/dresdentipps.de\/?p=500"},"modified":"2018-02-09T05:36:11","modified_gmt":"2018-02-09T04:36:11","slug":"wer-nicht-erbt-hat-es-schwer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=500","title":{"rendered":"Wer nicht erbt, hat es schwer"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><p>In Deutschland wird gebaut und gebaut, und doch reicht es nicht, um den Bedarf an Wohnungen zu decken. Die Immobilienpreise steigen seit Jahren. 2016 kosteten Wohnungen und H&auml;user laut dem Verband Deutscher Pfandbriefbanken rund 30 Prozent mehr als im Jahr 2010. In den Gro&szlig;st&auml;dten ging es noch deutlich st&auml;rker nach oben.<\/p>\n<p>Claus Michelsen, Immobilienexperte beim Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW), f&uuml;hrt diese Entwicklung vor allem auf zwei Faktoren zur&uuml;ck: &#8222;Die wichtigsten Gr&uuml;nde sind die Geldpolitik der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) und der Zuzug in die gro&szlig;en St&auml;dte.&#8220;<\/p>\n<p>Die Nullzinspolitik der EZB mache zum einen die Finanzierung g&uuml;nstiger. Zum anderen w&uuml;rden durch die niedrigen Zinsen andere Anlagem&ouml;glichkeiten weniger attraktiv. Die Folge: Es wird mehr in Immobilien investiert. Auch aus dem Ausland flie&szlig;t laut Michelsen viel Geld in deutsche Immobilien; besonders die gro&szlig;en St&auml;dte wie M&uuml;nchen, Berlin und Hamburg seien f&uuml;r diese Investoren attraktiv.<\/p>\n<p>Und dann ist da noch der Trend der Reurbanisierung: &#8222;Um die Jahrtausendwende herum verlie&szlig;en noch viele Menschen die St&auml;dte Richtung Umland&#8220;, sagt Michelsen. &#8222;Doch schon wenig sp&auml;ter zog es sie wieder zur&uuml;ck in die St&auml;dte.&#8220; Das Leben dort gilt heute als besonders attraktiv &#8211; und auch die guten Jobs gibt es am ehesten in den Metropolen. Dies f&uuml;hre zu einer st&auml;rkeren Nachfrage nach Wohnraum und damit zu h&ouml;heren Mieten, sagt Michelsen. In der Folge stiegen dann auch die Kaufpreise f&uuml;r Immobilien.<\/p>\n<p>Baut die Branche zu teuer?<\/p>\n<p>Immer wieder taucht auch die Frage auf, ob sich nicht billiger bauen lie&szlig;e. Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Projektentwickler, Christoph Gr&ouml;ner, hatte im September in einem Interview mit dem SPIEGEL der Bauwirtschaft eine Mitschuld an den steigenden Preisen f&uuml;r neue Wohnungen und H&auml;user gegeben. Die Bauwirtschaft konzentriere sich nur auf das obere F&uuml;nftel der Bev&ouml;lkerung, das fast jeden Preis zahlen k&ouml;nne, sagte Gr&ouml;ner. Die Branche verstehe es hingegen nicht, g&uuml;nstig zu bauen.<\/p>\n<p>Die Bauwirtschaft m&uuml;sse viel produktiver werden, so Gr&ouml;ner. Die einfachsten M&ouml;glichkeiten der Automatisierung w&uuml;rden in Deutschland nicht genutzt.<br \/>Reiner Braun vom Forschungsinstitut Empirica sieht darin nicht den entscheidenden Grund f&uuml;r die hohen Preise. Es gebe sicher M&ouml;glichkeiten, g&uuml;nstiger zu bauen und auch die niedrigeren Segmente zu bedienen, sagt Braun. Eine davon sei das sogenannte Serielle Bauen, bei dem es darum geht, m&ouml;glichst viele Wohnungen nach einem standardisierten Muster zu bauen &#8211; und so Kosten zu sparen. &#8222;Das allein rei&szlig;t es aber nicht raus.&#8220;<\/p>\n<p>Der Hauptgrund daf&uuml;r, dass nicht mehr bezahlbare Wohnungen gebaut werden, ist laut Braun ein anderer: &#8222;Das Bauland ist nicht da.&#8220; Dieser Mangel sei weder auf Staats- noch auf Marktversagen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.<\/p>\n<p>&#8222;Bauland wird durch die Kommunen ausgewiesen und von den L&auml;ndern genehmigt&#8220;, sagt Braun. &#8222;Den Kommunen fehlen aber oft die Mittel; in den letzten Jahren mussten sie Fachpersonal entlassen. Und wenn sie doch Bauland ausweisen, gibt es oft Proteste der Anwohner.&#8220; Manchmal f&uuml;hrten diese Umwelt- oder Tierschutzgr&uuml;nde gegen die Pl&auml;ne an, bisweilen seien sie gegen den Zuzug von Ortsfremden.<\/p>\n<p>Von der Idee, ein neues Stadtviertel zu bauen, bis zur Ausweisung von Bauland vergehen laut Braun oft zehn Jahre. &#8222;Das Angebot w&auml;chst zu langsam.&#8220;<\/p>\n<p>Was die Politik tun kann<\/p>\n<p>&#8222;Die steigenden Immobilienpreise h&auml;ngen ganz stark mit der Binnenwanderung zusammen, die wir in Deutschland erleben&#8220;, sagt Braun. &#8222;Auf dem Land bauen wir in etwa so viel, wie wir bauen m&uuml;ssen, um der Nachfrage zu gen&uuml;gen, in den Top-Sieben-St&auml;dten dagegen nur halb so viel.&#8220; Die Top-Sieben-St&auml;dte, das sind die Gro&szlig;st&auml;dte mit den h&ouml;chsten Immobilienpreisen in Deutschland, also Berlin, D&uuml;sseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, K&ouml;ln, M&uuml;nchen und Stuttgart.<br \/>Eine Aufgabe f&uuml;r die Politik liegt laut Braun darin, das Leben auf dem Land attraktiver zu machen, etwa durch eine Verbesserung der Infrastruktur, aber auch durch steuerliche Anreize. &#8222;Zuletzt wurde ja viel &uuml;ber den Solidarit&auml;tszuschlag gesprochen&#8220;, sagt Braun. &#8222;Warum beschlie&szlig;en wir nicht, den Soli in den Regionen abzuschaffen, aber nicht in den gro&szlig;en St&auml;dten?&#8220;<br \/>In den Innenst&auml;dten, wo Bauland knapp ist, k&ouml;nnte laut Braun die Umwandlung der Grundsteuer in eine Bodenwertsteuer helfen, mehr Wohnraum zu schaffen. Eine Bodenwertsteuer w&uuml;rde unabh&auml;ngig davon erhoben, was auf dem Grundst&uuml;ck gebaut wird. Dies w&auml;re laut Braun ein guter Anreiz f&uuml;r Nachverdichter, zus&auml;tzliche Wohnungen auf bereits bebauten Grundst&uuml;cken zu bauen.<\/p>\n<p>Die Grundsteuer wird derzeit vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt (worum es geht, lesen Sie hier), eine Reform wird deshalb ohnehin n&ouml;tig. Ein wirklicher Systemwechsel zur Bodenwertsteuer ist aber von der wahrscheinlich k&uuml;nftigen Koalition aus Union und SPD nicht geplant. Stattdessen soll die Grundsteuer um eine Komponente erweitert werden, die die h&ouml;here Besteuerung ungenutzten Baulandes erm&ouml;glicht. So sollen Spekulationen einged&auml;mmt werden.<\/p>\n<p>Experten w&uuml;rden sich auch w&uuml;nschen, dass die Energie- und Umweltanforderungen herabgesetzt werden. Auch das w&uuml;rde die Baukosten senken, so Forscher Braun. &#8222;Wenn wir die Anforderungen auf das Niveau von 2012 zur&uuml;ckdrehen, h&auml;tten wir eine kr&auml;ftige Baukostensenkung und dennoch einen passablen Energiestandard.&#8220;<\/p>\n<p>Die Jungen k&ouml;nnen sich ein Eigenheim kaum mehr leisten<br \/>Auch 2018 werden die Immobilienpreise in Deutschland nach Ansicht von Experten weiter steigen, allerdings langsamer als zuletzt. Ein Grund daf&uuml;r: Die &Auml;ra ultraniedriger Zinsen k&ouml;nnte demn&auml;chst zu Ende gehen. &#8222;Wir vom DIW rechnen mit Zinserh&ouml;hungen in 2019&#8220;, sagt Claus Michelsen.<\/p>\n<p>Eine Trendumkehr bei den Immobilienpreisen erwartet der Forscher allerdings nicht. Auch Andreas Mattner, Pr&auml;sident des Zentralen Immobilien-Ausschusses (ZIA) glaubt, dass die Immobilienpreise im Schnitt zun&auml;chst stabil bleiben werden. Die Konjunktur sei gut, es sei viel Geld im Markt, und das Wohnen in den Innenst&auml;dten beliebt.<\/p>\n<p>Die hohen Immobilienpreise haben auch gesellschaftliche Folgen. &#8222;In Deutschland sind Immobilien der wichtigste Faktor der Verm&ouml;gensbildung &#8211; und Verm&ouml;gen bildet man in der Regel im Alter zwischen 30 und 40 oder 45 Jahren&#8220;, sagt Claus Michelsen vom DIW. Stark steigende Preise f&uuml;hrten dazu, dass auch der Eigenkapitalbedarf steigt. &#8222;Wer dann nicht das Gl&uuml;ck hat, in jungen Jahren geerbt zu haben, hat es schwer.&#8220;<\/p>\n<p>Daten aus dem Mikrozensus scheinen dies zu belegen: Zwischen 2006 und 2014 legte die Quote der Eigenheimbesitzer bei den &uuml;ber 65-J&auml;hrigen von 48 auf 55 Prozent zu. Auch insgesamt stieg sie leicht an. Bei den 30- bis 40-J&auml;hrigen fiel sie dagegen von 30 auf 27,4 Prozent.<\/p>\n<p>Quelle: Spiegel<\/p>\n<h3>PRESSEKONTAKT<\/h3>\n<p><b>wwr publishing GmbH &#038; Co. 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