{"id":4781,"date":"2022-02-07T05:30:50","date_gmt":"2022-02-07T04:30:50","guid":{"rendered":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=4781"},"modified":"2022-02-07T13:16:52","modified_gmt":"2022-02-07T12:16:52","slug":"bluebay-lagardes-juengste-aeusserungen-liessen-an-glaubwuerdigkeit-vermissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=4781","title":{"rendered":"Bluebay: &#8222;Lagardes j\u00fcngste \u00c4u\u00dferungen lie\u00dfen an Glaubw\u00fcrdigkeit vermissen&#8220;"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><p><strong>Hoher Inflationsdruck, schw\u00e4chere Konjunkturdaten, eine kopflose EZB-Chefin: Mark Dowding, Chief Investment Officer beim Asset Manager Bluebay, geht in seinem aktuellen Marktkommentar davon aus, dass die Inflationsprognosen f\u00fcr die Eurozone auf der M\u00e4rz-Sitzung der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) nach oben korrigiert werden, nachdem die Inflationsrisiken eindeutig zunehmen.<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund des zunehmenden Inflationsdrucks war der Monat Januar durch den Ausblick der Zentralbanken auf eine straffere Geldpolitik gepr\u00e4gt, was Risikoanlagen unter Druck setzte, schreibt Dowding. Schw\u00e4chere Konjunkturdaten infolge der Ausbreitung der Omikron-Variante deuteten wiederum darauf hin, dass der Aufw\u00e4rtsdruck auf die Anleiherenditen eine Zeit lang nachlassen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die aggressiven Kommentare der EZB haben hingegen den Druck auf die Renditen verst\u00e4rkt und k\u00f6nnten Risikoanlagen weiter belasten, so Dowding. Somit sei nicht zu erwarten, dass es nach den St\u00fcrmen des vergangenen Monats zu einer l\u00e4ngeren Ruhephase kommt, bevor neue Turbulenzen die M\u00e4rkte beunruhigen.<\/p>\n<p>Auf der j\u00fcngsten EZB-Sitzung versuchte EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde, den M\u00e4rkten die Botschaft einer weiterhin relativ lockeren Geldpolitik zu vermitteln. Viele Marktteilnehmer lie\u00dfen sich jedoch von ihren einleitenden Bemerkungen nicht t\u00e4uschen, denn in ihren anschlie\u00dfenden Kommentaren zur Zinssitzung wurde deutlich, dass der EZB-Rat ab sofort in Richtung einer strafferen Geldpolitik gehen will, schreibt Dowding. Die Marktteilnehmer seien infolgedessen zu dem Schluss gekommen, dass die Inflationsprognosen auf der M\u00e4rz-Sitzung nach oben korrigiert werden, weil die Inflationsrisiken eindeutig in diese Richtung zeigen.<\/p>\n<p>Bislang vertrat die EZB die Linie, die Zinsen erst nach Beendigung der Ank\u00e4ufe von Verm\u00f6genswerten anzuheben. Da die M\u00e4rkte inzwischen jedoch eine Zinsanhebung um zehn Basispunkte im Juni erwarten, besteht der Eindruck, dass auch ein fr\u00fcheres Ende der Ank\u00e4ufe von Verm\u00f6genswerten bevorstehen k\u00f6nnte, was die Anleihe-Spreads in der Eurozone belasten d\u00fcrfte. Aus Sicht von Dowding ist klar: Die Umsetzung der EZB-Politik wird in diesem Jahr immer schwieriger werden.<\/p>\n<p>\u201eLetztlich sind wir jedoch der Meinung, dass die Inflationserwartungen in L\u00e4ndern wie Deutschland st\u00e4rker als in anderen L\u00e4ndern verankert sind. Unserer Einsch\u00e4tzung nach w\u00e4re eine Zinserh\u00f6hung in den n\u00e4chsten sechs Monaten verfr\u00fcht. Die Marktteilnehmer m\u00fcssen sich jedoch darauf einstellen, dass eine Straffung der Geldpolitik unvermeidlich geworden ist.<\/p>\n<p>Wir erwarten, dass es in den kommenden Monaten zu weiteren Zinserh\u00f6hungen und einer Abkehr von der quantitativen Lockerung kommen wird: Die Inflation \u00fcberschie\u00dft und der Arbeitsmarkt ist angespannt. Viele L\u00e4nder haben mit der Verf\u00fcgbarkeit von Arbeitskr\u00e4ften zu k\u00e4mpfen, vor allem auch im Niedriglohnsektor. Besonders gravierend ist die Lage in Gro\u00dfbritannien: Weil viele j\u00fcngere EU-B\u00fcrger angesichts des Brexits und der Pandemie das Vereinigte K\u00f6nigreich verlassen haben, scheinen die Herausforderungen f\u00fcr den Arbeitsmarkt hier akuter zu sein als in anderen L\u00e4ndern. Die steigende Inflation d\u00fcrfte den Lohndruck verst\u00e4rken. Obwohl die Bank of England Sorge hat, die Zinss\u00e4tze zu stark oder zu schnell anzuheben, k\u00f6nnten die aus der Verankerung gel\u00f6sten Inflationserwartungen der Zentralbank letztendlich kaum eine andere Wahl lassen\u201c, so Dowding.<\/p>\n<p><em>Bluebay Asset Management LLP ist Spezialist f\u00fcr Fixed-Income-Management. Das Unternehmen mit Sitz in London verwaltet per Ende Dezember 2021 rund 125 Milliarden US-Dollar f\u00fcr institutionelle Anleger und Finanzinstitute. Bluebay hat Niederlassungen in Gro\u00dfbritannien, der Schweiz, Deutschland, Luxemburg, den USA, Japan und Australien. Bluebay Asset Management befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der Royal Bank of Canada und ist Teil von RBC Global Asset Management.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bluebay.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.bluebay.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hoher Inflationsdruck, schw\u00e4chere Konjunkturdaten, eine kopflose EZB-Chefin: Mark Dowding, Chief Investment Officer beim Asset Manager Bluebay, geht in seinem aktuellen Marktkommentar davon aus, dass die Inflationsprognosen f\u00fcr die Eurozone auf der M\u00e4rz-Sitzung der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) nach oben korrigiert werden, nachdem die Inflationsrisiken eindeutig zunehmen. 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