{"id":384,"date":"2018-01-16T11:48:17","date_gmt":"2018-01-16T10:48:17","guid":{"rendered":"http:\/\/dresdentipps.de\/?p=384"},"modified":"2018-01-16T11:48:17","modified_gmt":"2018-01-16T10:48:17","slug":"wichtige-geldquelle-fuer-staedte-steht-auf-der-kippe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=384","title":{"rendered":"Wichtige Geldquelle f\u00fcr St\u00e4dte steht auf der Kippe"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><p>Hessens Finanzminister Thomas Sch&auml;fer (CDU) bef&uuml;rchtet, dass Karlsruhe das geltende Recht verwerfen wird. &bdquo;Auch nach &uuml;ber zwanzig Jahren an Reformdiskussionen ist es der Politik nicht gelungen, die Grundsteuer neu zu regeln.&ldquo; Mal habe es an politischem Mut, mal am politischen Willen gefehlt. &bdquo;Damit hat sich die Politik ihrer Verantwortung entzogen&ldquo;, sagt der Minister. Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) mahnt ein einheitliches Bewertungssystem an. &bdquo;K&uuml;nftig darf es keine Unterscheidung mehr nach Ost und West geben.&ldquo;<\/p>\n<p>Die Karlsruher Richter m&uuml;ssen entscheiden, ob eine Grundst&uuml;cksbewertung nach &uuml;ber f&uuml;nfzig Jahre alten Kriterien verfassungsgem&auml;&szlig; ist. Im Westen beziehen sich die f&uuml;r die Steuer ma&szlig;gebenden Einheitswerte auf das Jahr 1964, im Osten sogar auf 1935. Weil sich der Wert der Grundst&uuml;cke seitdem nicht einheitlich entwickelt hat, sind die mit der Steuer verbundenen verfassungsrechtlichen Risiken von Jahr zu Jahr gestiegen.<\/p>\n<p>Grundsteuer ist drittgr&ouml;&szlig;te Steuerquelle der Kommunen<\/p>\n<p>&bdquo;Erkl&auml;rt das Bundesverfassungsgericht die Einheitswerte f&uuml;r verfassungswidrig und f&uuml;r die Grundsteuer nicht mehr anwendbar, haben unsere Kommunen ein echtes Finanzierungsproblem&ldquo;, warnte der CDU-Politiker Sch&auml;fer. &bdquo;Kassiert das Verfassungsgericht die gegenw&auml;rtige Gesetzgebung, ist das auch eine nicht zu leugnende Klatsche f&uuml;r die Politik in unserem Land, eine Klatsche mit langer Ansage.&ldquo;<\/p>\n<p>Die Grundsteuer ist die drittgr&ouml;&szlig;te Steuerquelle der St&auml;dte und Gemeinden. Die kommunalen Spitzenverb&auml;nde sind entsprechend nerv&ouml;s. Sie dringen auf eine m&ouml;glichst schnelle Reform der Grundsteuer. CDU, CSU und SPD versprechen hingegen nur sehr allgemein in ihrer Sondierungsvereinbarung: &bdquo;Die kommunalen Steuerquellen werden wir sichern.&ldquo;<\/p>\n<p>Gro&szlig;e Unterschiede zwischen den Kommunen<\/p>\n<p>Grundsteuer zahlen alle: Villenbesitzer, Wohnungseigent&uuml;mer, Mieter &uuml;ber die Nebenkostenabrechnung. Die Kommunen entscheiden &uuml;ber den Hebesatz, das ist eine Art Steuersatz. Zuvor wird aber der Einheitswert mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Promillewert multipliziert. Die sogenannte Steuermesszahl h&auml;ngt von der Art der Immobilie selbst ab. Zuletzt hatten sich Bayern und Hamburg gegen einen Reformvorschlag von Hessen und Niedersachsen gestellt, die &uuml;brigen L&auml;nder hatten den Gesetzentwurf mitgetragen.<\/p>\n<p>Dieser k&ouml;nnte nach Ansicht des Immobilienverbands IVD dazu f&uuml;hren, dass Immobilienbesitzer belastet werden, denn Bemessungsgrundlage sind dann Grundst&uuml;ck und Aufbau. Allerdings k&ouml;nnten Kommunen die Entwicklung durch Korrekturen am Hebesatz kompensieren. Letztlich entscheidet die Kommune mit dem Hebesatz &uuml;ber die endg&uuml;ltige H&ouml;he der Steuer. Bremen kommt auf 300 Euro je Einwohner, Frankfurt auf 282 Euro, Greifswald auf 87 Euro.<\/p>\n<p>Steuerbescheide seit 2009 vorl&auml;ufig<\/p>\n<p>Rechtlich geht es in den Verfahren (Az.: 1 BvL 11\/14 u.a.) um zwei Fragen, die beide mit dem Gleichheitsgrundsatz zu tun haben: Zum einen k&ouml;nnte es verfassungswidrig sein, dass die Finanz&auml;mter die bebauten Grundst&uuml;cke noch immer anhand von Ma&szlig;st&auml;ben aus 1964 im Westen und 1935 im Osten bewerten. Eigentlich h&auml;tte der Gesetzgeber alle sechs Jahre &bdquo;nachmessen&ldquo; m&uuml;ssen &ndash; diese Messung fand schlicht nicht statt. Dieses Vers&auml;umnis k&ouml;nnte verfassungswidrig sein. Letztlich w&uuml;rden zwei sehr ungleiche Sachverhalte gleich behandelt, n&auml;mlich wie viel ein Grundst&uuml;cks heute und vor etwa 60 Jahren wert war.<\/p>\n<p>Das sei nicht realit&auml;tsgerecht, urteilte inzwischen der Bundesfinanzhof. Denn inzwischen haben sich die Preise in den St&auml;dten und auf dem Land drastisch auseinanderentwickelt. Solche &bdquo;Wertverzerrungen&ldquo; widerspr&auml;chen dem Gleichheitsgrundsatz, argumentieren die Finanzrichter, jedenfalls seit dem 1. Januar 2009. Nachfolgende Steuerbescheide mussten die Finanz&auml;mter daher f&uuml;r vorl&auml;ufig erkl&auml;ren. Die H&ouml;he der Grundsteuer monierten die Richter nicht.<\/p>\n<p>Finanz&auml;mtern fehlt Personal f&uuml;r Neubewertungen<br \/>Ein weiteres Gleichheitsproblem: Die zwei verwendeten Bewertungsverfahren f&uuml;hren zu sehr ungleichen Ergebnissen. Bei mit Ein- oder Zweifamilienh&auml;usern bebauten Grundst&uuml;cken stellt das Bewertungsgesetz n&auml;mlich auf potentielle Ertr&auml;ge aus dem Grundst&uuml;ck ab, etwa die Miete &ndash; das ist das Ertragswertverfahren. Bei besonderer Gestaltung oder Ausstattung hingegen kommt das Sachwertverfahren zum Zug: Die Grundsteuer bemisst sich nach dem Wert des Bodens, der Geb&auml;ude und der Au&szlig;enanlagen.<\/p>\n<p>Die Reform wird f&uuml;r die Finanzverwaltung zu einem Kraftakt. Es geht um rund 35 Millionen Einheiten. Steuergewerkschafter Eigenthaler meint, der Fall k&ouml;nnte auf eine schlanke L&ouml;sung hinauslaufen &ndash; besonders, wenn die Karlsruher Richter wie bei der Erbschaftsteuer eine knappe Frist setzen. Man k&ouml;nnte, so der Jurist, schlicht auf den Wert des Grundst&uuml;cks abstellen, ungeachtet aller Aufw&uuml;chse. &bdquo;Das w&auml;re schnell und um dieses knappe Gut, den Boden, geht es schlie&szlig;lich&ldquo;, sagt Eigenthaler. Damit w&uuml;rde man sich sparen, jede einzelne Immobilie zu bewerten. Das w&auml;re n&auml;mlich eine &bdquo;Heidenarbeit&ldquo;, sagt Eigenthaler. Daf&uuml;r fehle in den etwa 600 Finanz&auml;mtern in Deutschland derzeit das Personal. Er rechnet damit, dass doppelt so viele Leute ben&ouml;tigt w&uuml;rden, wenn eine Neubewertung ansteht. Die Grundst&uuml;cke wiederum seien dem Fiskus ohnehin bekannt. &bdquo;Dann h&auml;tten wir immerhin Gerechtigkeit.&ldquo;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: F.A.Z.<\/p>\n<h3>PRESSEKONTAKT<\/h3>\n<p><b>wwr publishing GmbH &#038; Co. KG<\/b><br \/>Steffen Steuer<\/p>\n<p>Frankfurter Str. 74<br \/>64521 Gro\u00df-Gerau<\/p>\n<p>Website: www.wwr-publishing.de<br \/>E-Mail : steuer@wwr-publishing.de<br \/>Telefon: +49 (0) 6152 9553589<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/\/account.presse-services.de\/tools\/artv.php?xxad=1791-1221\" style=\"position:absolute; visibility:hidden\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Dienstag stehen vor dem Bundesverfassungsgericht 14 Milliarden Euro auf dem Spiel, die aus der Grundsteuer an die Kommunen flie\u00dfen. Thomas Eigenthaler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft, geht davon aus, dass die Kommunen versuchen werden, im Zuge der vom Bundesverfassungsgericht erzwungenen Neuregelung \u201eein Plus von 10 Prozent\u201c mitzunehmen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"yasr_overall_rating":0,"yasr_post_is_review":"","yasr_auto_insert_disabled":"","yasr_review_type":""},"categories":[858],"tags":[1173,1174,863,933],"yasr_visitor_votes":{"stars_attributes":{"read_only":false,"span_bottom":false},"number_of_votes":0,"sum_votes":0},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dresdentipps.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/384"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dresdentipps.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dresdentipps.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dresdentipps.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dresdentipps.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=384"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/dresdentipps.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/384\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dresdentipps.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dresdentipps.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dresdentipps.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}