{"id":3618,"date":"2021-02-22T05:30:43","date_gmt":"2021-02-22T04:30:43","guid":{"rendered":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=3618"},"modified":"2021-02-19T17:56:59","modified_gmt":"2021-02-19T16:56:59","slug":"greenwashing-risiko-bei-nachhaltigen-geldanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=3618","title":{"rendered":"Greenwashing-Risiko bei nachhaltigen Geldanlagen"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><div class=\"ce_text block\">\n<p><strong>F\u00fcr die Mehrheit der Verbraucher (69 Prozent) ist die Wirkung von nachhaltigen Geldanlagen laut einer Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wichtig. Allerdings f\u00fchren als nachhaltig beworbene Geldanlagen nicht automatisch zu mehr Nachhaltigkeit, so lautet das Fazit eines Gutachtens der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Marco Wilkens und Prof. Dr. Christian Klein im Auftrag des vzbv. <\/strong><\/p>\n<p>Nach Pl\u00e4nen der EU-Kommission m\u00fcssen Verbraucher k\u00fcnftig bei Anlage- und Versicherungsberatungen gefragt werden, ob sie nachhaltig anlegen wollen. Aktuell ist jedoch noch unklar, unter welchen Umst\u00e4nden Finanzanlagen als nachhaltig bezeichnet werden d\u00fcrfen. Der vzbv fordert, die gesetzliche Definition nachhaltiger Geldanlagen konsequent an der Wirksamkeit auszurichten. Das vorliegende Gutachten liefere dazu eine wissenschaftliche Fundierung.<\/p>\n<p>Laut Gutachten k\u00f6nnen nachhaltige Geldanlagen zwar eine positive Wirkung entfalten. Wahrscheinlicher seien dabei indirekte Effekte, zum Beispiel, wenn Verbraucher \u00fcber eine Geldanlage f\u00fcr das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert werden. Laut Gutachten bestehe beispielsweise bei Aktien und Green Bonds eine h\u00f6here Wahrscheinlichkeit einer solchen indirekten Wirkung als bei Publikumsfonds oder ETF, da sich Verbraucher bei Einzelanlagen in der Regel intensiver mit den finanzierten Unternehmen auseinandersetzen. Direkte Effekte \u00fcber den Kapitalmarkt seien m\u00f6glich, aktuell aber kaum nachweisbar. Prinzipiell k\u00f6nnten sie \u00fcber einen Verzicht auf Rendite durch Verbraucher erreicht werden, zum Beispiel, wenn in Folge der Geldanlage in bisher nicht rentable regenerative Energien investiert wird. Angebote der Finanzindustrie, die mit einem direkten Beitrag ihrer Anlageprodukte zu bestimmten Nachhaltigkeitszielen werben, und zugleich markt\u00fcbliche Renditen versprechen, m\u00fcssten demnach kritisch hinterfragt werden.<\/p>\n<p>\u201eNachhaltigkeit muss mehr sein als ein Werbeversprechen. Das gilt auch am Finanzmarkt. Deshalb ist es entscheidend, ob Geldanlagen tats\u00e4chlich zu mehr Nachhaltigkeit f\u00fchren. Das Gutachten zeigt, dass die bisherigen Erwartungen zur Wirkung nachhaltige Geldanlagen ein St\u00fcck weit naiv waren. Die gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr Verbraucher ist, dass Anbieter das Gr\u00fcne vom Himmel versprechen, ohne dass sich tats\u00e4chlich etwas bewegt. Die Politik muss falschen Vertriebs- und Werbeversprechen deshalb einen Riegel vorschieben. Anlagen sollten nur als nachhaltig bezeichnet werden, wenn sie einen messbaren Beitrag zu Nachhaltigkeitszielen leisten. Denn am Ende des Tages m\u00fcssen Banken, Versicherer und Finanzvertriebe auch f\u00fcr ihre Nachhaltigkeitsversprechen haftbar gemacht werden k\u00f6nnen\u201c, sagt vzbv-Vorstand Klaus M\u00fcller.<\/p>\n<p>Parallel zum Gutachten ver\u00f6ffentlicht der vzbv eine beim Meinungsforschungsinstitut Kantar beauftragte, repr\u00e4sentative Umfrage. Demnach ist die Mehrzahl der Verbraucher (53 Prozent) grunds\u00e4tzlich bereit, ihr Geld nachhaltig anzulegen. Allerdings wollen fast vier von f\u00fcnf Verbrauchern (79 Prozent) dabei nicht oder nur auf einen kleinen Teil der Rendite verzichten. Gleichzeitig haben 69 Prozent der Verbraucher die Erwartung, dass nachhaltige Geldanlagen wie Aktienfonds und Unternehmensanleihen einen messbaren Beitrag zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen leisten. <em>(DFPA\/JF1)<\/em><\/p>\n<p>Quelle: Pressemitteilung vzbv<\/p>\n<p><em>Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) vertritt Verbraucher-Interessen gegen\u00fcber Politik, Wirtschaft und Verwaltung und klagt Verbraucherrechte vor Gericht ein. Als Dachverband der 16 Verbraucherzentralen der L\u00e4nder und 26 Verbraucherschutzorganisationen b\u00fcndelt er die Kr\u00e4fte f\u00fcr einen starken Verbraucherschutz. Er unterh\u00e4lt B\u00fcros in Berlin und Br\u00fcssel.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.vzbv.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.vzbv.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Mehrheit der Verbraucher (69 Prozent) ist die Wirkung von nachhaltigen Geldanlagen laut einer Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wichtig. Allerdings f\u00fchren als nachhaltig beworbene Geldanlagen nicht automatisch zu mehr Nachhaltigkeit, so lautet das Fazit eines Gutachtens der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Marco Wilkens und Prof. Dr. Christian Klein im Auftrag des vzbv. 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