{"id":3536,"date":"2021-01-25T05:30:24","date_gmt":"2021-01-25T04:30:24","guid":{"rendered":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=3536"},"modified":"2021-01-22T14:20:12","modified_gmt":"2021-01-22T13:20:12","slug":"neues-steuergesetz-anlegerschuetzer-banken-und-boersen-fordern-faire-besteuerung-von-privatanlegern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=3536","title":{"rendered":"Neues Steuergesetz: Anlegersch\u00fctzer, Banken und B\u00f6rsen fordern faire Besteuerung von Privatanlegern"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><div class=\"ce_text block\">\n<p>Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die B\u00f6rse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung f\u00fcr Wertpapierbesitz (DSW) appellieren in einem offenen Brief an das Bundesfinanzministerium (BMF), die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingesch\u00e4fte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 seien Optionsscheine nicht als Termingesch\u00e4fte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht worden. Damit werde vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeintr\u00e4chtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen m\u00fcssten. Anderenfalls drohen nach Einsch\u00e4tzung der Verfasser des Appells schwere steuerliche Nachteile, nachtr\u00e4gliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten f\u00fcr hunderttausende von Anlegern. F\u00fcr Termingesch\u00e4fte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsm\u00f6glichkeit nur mit anderen Termingesch\u00e4ften und Ertr\u00e4gen aus Stillhaltegesch\u00e4ften vor.<\/p>\n<p>\u201eEine Wertpapierkultur mit aktiven und m\u00fcndigen Anlegern erfordert auch einen ad\u00e4quaten steuerlichen Rahmen. Die asymmetrische Besteuerung ist ohnehin sehr kritisch diskutiert worden &#8211; sie darf keinesfalls noch ausgeweitet werden\u201c, so Dr. Henning Bergmann, gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Vorstandsmitglied des Deutschen Derivate Verbands (DDV).<\/p>\n<p>\u201eViele aktive Anleger nutzen Optionsscheine, um ihre Depots abzusichern \u2013 gerade in einem herausfordernden Marktumfeld wie derzeit. Eine Klassifizierung als Termingesch\u00e4fte w\u00fcrde hier neue H\u00fcrden aufbauen. Das h\u00e4tte negative Auswirkungen auf den Verm\u00f6gensaufbau vieler Anleger und auch auf die Anlagekultur in Deutschland insgesamt\u201c, sagt Dr. Michael V\u00f6lter, Vorsitzender des Vorstands der Vereinigung Baden-W\u00fcrttembergische Wertpapierb\u00f6rse. e.V.<\/p>\n<p>Marc T\u00fcngler, DSW-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer: \u201eDie steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag f\u00fcr Privatanleger und f\u00fchrt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt f\u00fcr verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und w\u00fcrde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem urspr\u00fcnglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverst\u00e4ndnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegen\u00fcber Privatanlegern.\u201c<\/p>\n<p>W\u00fcrden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingesch\u00e4ften zugerechnet, werde die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch versch\u00e4rft. Es gebe gute sachliche Argumente daf\u00fcr, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingesch\u00e4fte zu klassifizieren sind.<\/p>\n<p>Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen w\u00e4ren. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschr\u00e4nkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser M\u00f6glichkeit Gebrauch zu machen. <em>(DFPA\/jpw1)<\/em><\/p>\n<p>Quelle: gemeinsame Pressemitteilung DDV, B\u00f6rse Stuttgart und DSW<\/p>\n<p><em>Der Deutsche Derivate Verband e.V. (DDV) ist die Branchenvertretung der f\u00fchrenden Emittenten strukturierter Wertpapiere in Deutschland. Er wurde am 14. Februar 2008 gegr\u00fcndet und hat Gesch\u00e4ftsstellen in Frankfurt am Main und Berlin.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.derivateverband.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">www.derivateverband.de<\/a><\/p>\n<p><em>Die B\u00f6rse Stuttgart ist ein B\u00f6rsenplatz f\u00fcr Privatanleger und der f\u00fchrende Parketthandelsplatz in Deutschland. Anleger k\u00f6nnen Aktien, verbriefte Derivate, Anleihen, Fonds und Genussscheine handeln.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.boerse-stuttgart.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" class=\"broken_link\">www.boerse-stuttgart.de<\/a><\/p>\n<p><em>Die Deutsche Schutzvereinigung f\u00fcr Wertpapierbesitz e.V. (DSW) wurde 1947 gegr\u00fcndet und ist heute mit circa 25.000 Mitgliedern der f\u00fchrende deutsche Verband f\u00fcr private Anleger. Die hauptamtliche Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung hat ihren Sitz in D\u00fcsseldorf.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dws-info.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" class=\"broken_link\">www.dws-info.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die B\u00f6rse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung f\u00fcr Wertpapierbesitz (DSW) appellieren in einem offenen Brief an das Bundesfinanzministerium (BMF), die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingesch\u00e4fte einzuordnen. 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