{"id":294,"date":"2017-12-13T16:48:10","date_gmt":"2017-12-13T15:48:10","guid":{"rendered":"http:\/\/dresdentipps.de\/?p=294"},"modified":"2017-12-13T16:48:10","modified_gmt":"2017-12-13T15:48:10","slug":"wie-wohneigentum-wieder-bezahlbar-waere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=294","title":{"rendered":"Wie Wohneigentum wieder bezahlbar w\u00e4re"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><p>Deutschland ist eine Mieternation. Nur 45 Prozent der Haushalte leben in den eigenen vier W&auml;nden, unter den OECD-L&auml;ndern ist die Quote nur in der Schweiz noch niedriger. Das muss nicht per se ein Problem sein. Viele &ndash; auch unsere &ndash; Studien haben gezeigt, dass Mieter mobiler sind. F&uuml;r einen funktionierenden Arbeitsmarkt ist das wichtig. Dar&uuml;ber hinaus sind Volkswirtschaften mit hoher Mieterquote robuster, weil sich die Haushalte seltener stark verschulden. Und dennoch: Zumindest zwei Argumente sprechen daf&uuml;r, dass es Deutschland gut tun w&uuml;rde, wenn wir es den Menschen erleichterten, Wohneigentum zu schaffen.<\/p>\n<p>Erstens ist die Verm&ouml;gensbildung in Deutschland unterentwickelt. Nach Statistiken der Europ&auml;ischen Zentralbank verf&uuml;gen deutsche Haushalte &uuml;ber weniger Verm&ouml;gen als Haushalte in Spanien, Italien oder Irland. Man kann lange &uuml;ber diese Statistiken streiten, etwa weil dabei Vorsorgesysteme wie die Rentenversicherung nicht ber&uuml;cksichtigt werden. Dennoch bleibt ein gro&szlig;er Unterschied, der letztlich auf der geringeren Wohneigentumsbildung fu&szlig;t.<\/p>\n<p>Theoretisch k&ouml;nnten Mieter den Betrag,&nbsp; Eigent&uuml;mer &uuml;ber die Tilgung der Kredite zum Verm&ouml;gensaufbau verwenden, nat&uuml;rlich sparen. Und sie k&ouml;nnten diese Betr&auml;ge in diversifizierte Portfolios anlegen, die ein besseres Rendite-Risiko-Verh&auml;ltnis als Wohneigentum haben. Allein: Sie tun es nicht. Eindrucksvoll zeigen wirtschaftspsychologische Studien, wie schwer es uns f&auml;llt, f&uuml;r ferne Ziele wie eine bessere Rente zu sparen. Ein Kredit, den man abbezahlen muss und an dem die eigene Wohnung h&auml;ngt, diszipliniert dagegen.<\/p>\n<p><strong>Ungleichheit verringern<\/strong><\/p>\n<p>Mehr Wohneigentum w&uuml;rde nicht nur die individuelle Verm&ouml;gensbildung und Altersvorsorge st&auml;rken, sondern h&auml;tte auch einen Einfluss auf die Verm&ouml;gensverteilung: W&auml;hrend Deutschland bei der Einkommensungleichheit im internationalen Vergleich keineswegs heraussticht, sind die Unterschiede im Verm&ouml;gen in Deutschland tats&auml;chlich besonders gro&szlig;. Eine St&auml;rkung des Wohneigentums w&uuml;rde die Verm&ouml;gensungleichheit verringern, da mehr Menschen von steigenden Immobilienpreisen profitierten. Auf diese Weise k&ouml;nnten breite Schichten an den Vorteilen des Kapitalmarktes teilhaben.<\/p>\n<p>Zweitens ist Wohneigentum in der aktuellen Phase schlicht g&uuml;nstiger als das Wohnen zur Miete. Dies m&ouml;gen viele Menschen derzeit nicht so recht glauben, schlie&szlig;lich sind die Wohnungspreise doch stark gestiegen. Tats&auml;chlich sind die Zinsen aber noch schneller gefallen. Demgegen&uuml;ber stehen teilweise starke Mietsteigerungen, insbesondere in den St&auml;dten. Selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Kredittilgung &ndash; die ja dem Verm&ouml;gensaufbau dient, den Mieter gar nicht durchf&uuml;hren &ndash; ist die finanzielle Belastung der Eigent&uuml;mer in vielen Regionen deutlich geringer als die der Mieter.<\/p>\n<p>Bedingt durch die geringen Zinsen gibt es also ein Zeitfenster, in dem Wohneigentum besonders g&uuml;nstig ist. Und es ist anzunehmen, dass sich dieses Zeitfenster nicht so schnell schlie&szlig;t. Zwar wird nun vermehrt &uuml;ber eine Zinswende in der Eurozone diskutiert, aber die wird nur langsam und vorsichtig erfolgen. Dar&uuml;ber hinaus hat die EZB einen geringen Einfluss auf die langfristigen Zinsen &ndash; denn die werden am globalen Kapitalmarkt im Zusammenspiel von Ersparnissen und Investitionen bestimmt. Da die Ersparnisse sehr hoch sind und die Investitionen stagnieren, deutet vieles darauf hin, dass die Niedrigzinsphase bis in die 2020er Jahre anh&auml;lt.<\/p>\n<p>Dennoch stagniert die Wohneigentumsbildung, seit 2010 ist die Eigentumsquote praktisch unver&auml;ndert. Das liegt vor allem an den hohen Einstiegsh&uuml;rden in Form des ben&ouml;tigten Kapitals. Wer beispielsweise in Nordrhein-Westfalen eine Wohnung f&uuml;r 250.000 Euro kaufen m&ouml;chte, was etwa dem deutschen Durchschnittspreis entspricht, muss rund 28.000 Euro an Erwerbsnebenkosten bezahlen: 16.500 Euro f&uuml;r die Grunderwerbssteuer, 8.900 Euro f&uuml;r den Makler, den Rest f&uuml;r Notar und Grundbuch. Zus&auml;tzlich erwartet die Bank f&uuml;r einen Kredit mindestens 25.000 Euro Eigenkapital. Insgesamt braucht der K&auml;ufer also Ersparnisse von mehr als 50.000 Euro. Dar&uuml;ber verf&uuml;gen aber nur elf Prozent der Mieter. Die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit ist also faktisch von der Eigentumsbildung ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Es geht auch anders &ndash; das zeigen unsere niederl&auml;ndischen Nachbarn: Dort muss man beim gleichen Kaufpreis von 250.000 Euro nur 6.500 Euro an Nebenkosten bezahlen. Das liegt unter anderem daran, dass dort schon lange das Bestellerprinzip bei Immobilienk&auml;ufen gilt. Das hat zu einer deutlichen Reduktion der Maklerprovisionen gef&uuml;hrt. Zudem gibt es in den Niederlanden keine festen Notargeb&uuml;hren und die Grunderwerbssteuer betr&auml;gt nur zwei Prozent.<\/p>\n<p>Zwar l&auml;sst sich nicht alles eins zu eins &uuml;bertragen, aber es gibt gen&uuml;gend Ideen, wie die Barrieren f&uuml;r den Wohneigentumserwerb gesenkt werden k&ouml;nnen, ohne den Staat zu &uuml;berlasten. Eine M&ouml;glichkeit besteht darin, die Grunderwerbssteuer neu aufzustellen: Statt eines einheitlichen Steuersatzes k&ouml;nnte ein Freibetrag mit Stufentarif wie im Vereinigten K&ouml;nigreich eingef&uuml;hrt werden. Damit w&uuml;rden de facto kleine und g&uuml;nstige Eigentumswohnungen entlastet, Villen und Penth&auml;user dagegen st&auml;rker belastet. Dies w&uuml;rde die Eigentumsbildung f&uuml;r Haushalte mit mittleren Einkommen erleichtern, ohne dass die L&auml;nder auf Steuereinnahmen verzichten m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Egal wie sich die n&auml;chste Bundesregierung zusammensetzt: Durch eine St&auml;rkung der Wohneigentumsbildung hat sie die Chance, ohne gro&szlig;e Mehrbelastungen f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Haushalt die Altersvorsorge der B&uuml;rger zu verbessern &ndash; und dabei gleichzeitig die Verm&ouml;gensungleichheit zu mindern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: ZEIT Online<\/p>\n<h3>PRESSEKONTAKT<\/h3>\n<p><b>wwr publishing GmbH &#038; Co. 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