{"id":290,"date":"2017-12-11T10:24:13","date_gmt":"2017-12-11T09:24:13","guid":{"rendered":"http:\/\/dresdentipps.de\/?p=290"},"modified":"2017-12-11T10:24:13","modified_gmt":"2017-12-11T09:24:13","slug":"so-erstklassig-sind-deutschlands-1-b-staedte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=290","title":{"rendered":"So erstklassig sind Deutschlands 1-b-St\u00e4dte"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><p>3,9 Millionen private Vermieter gibt es derzeit, 750.000 mehr als im Jahr 2000. Neun Prozent aller Haushalte sind das, &uuml;berdurchschnittlich gro&szlig; ist der Anteil in Baden-W&uuml;rttemberg und Bayern. Im Durchschnitt bringt die Vermietung 8900 Euro im Jahr vor Steuern ein. Doch auch die Vermietung wird angesichts kr&auml;ftig steigender Kaufpreise immer weniger lukrativ, vor allem in den Ballungsr&auml;umen. Viele entschieden sich deswegen f&uuml;r nicht ganz so teure 1-b-St&auml;dte, das sind mittelgro&szlig;e St&auml;dte und Gro&szlig;st&auml;dte abseits der gro&szlig;en Ballungsr&auml;ume wie Leipzig, Dresden, N&uuml;rnberg oder Bremen. Doch jetzt werden selbst die teuer. &bdquo;Der Preisanstieg nimmt auch in der Fl&auml;che zu&ldquo;, warnte gerade die Bundesbank-Vizepr&auml;sidentin Claudia Buch bei der Vorlage des Finanzstabilit&auml;tsberichts. Die &Uuml;berbewertungen h&auml;tten sich 2016 weiter erh&ouml;ht und regional ausgedehnt &ndash; also eben nicht nur in Ballungsr&auml;umen wie M&uuml;nchen, Hamburg oder Frankfurt, von denen immer die Rede ist. In 127 kleineren St&auml;dten, die die Bundesbank untersucht hat, kam es zu deutlichen Preisspr&uuml;ngen. Die gesch&auml;tzte &Uuml;berbewertung der Kaufpreise dort betrage bis zu 26 Prozent. In den Ballungsr&auml;umen liegt sie mit knapp 30 Prozent noch h&ouml;her.<\/p>\n<p>F&uuml;r angehende Vermieter ist das frustrierend. Wer noch attraktive St&auml;dte f&uuml;r den Kauf einer Wohnung finden will, hat es immer schwerer. Aber es gibt sie noch. Auch wenn sie selbstverst&auml;ndlich auch nicht mehr billig sind.F&uuml;r die Auswahl der passenden Stadt entscheidend sind vor allem zwei Kriterien. Das Verh&auml;ltnis von Kaufpreis zu den zu erwartenden Mieteinnahmen und die Frage, ob die Stadt in Zukunft eher w&auml;chst und prosperiert oder schrumpft. Das f&uuml;r Immobilienbewertung bekannte Forschungsinstitut Empirica hat beides f&uuml;r 107 kreisfreie St&auml;dte untersucht und einen &bdquo;Blasenindex&ldquo; entwickelt, der zeigt, wie sich die Gesamteinsch&auml;tzung seit 2004 verbessert oder verschlechtert hat. Ein zentrales Ergebnis: &bdquo;Seit etwa 2013 steigen die Kaufpreise in den Ballungsr&auml;umen deutlich st&auml;rker als die Mieten, seit 2015 auch in den 1-b-St&auml;dten&ldquo;, sagt Reiner Braun, Vorstand von Empirica. &bdquo;Die Folge ist, dass sich die Vermietung in fast allen St&auml;dten deutlich weniger lohnt als noch vor ein paar Jahren.&ldquo;<\/p>\n<p>Das zeigt sich in der Mietrendite, die Kaufpreis und Miete ins Verh&auml;ltnis setzt. Sie ist fast &uuml;berall gesunken, weil die Kaufpreise so hochgeschossen sind. In M&uuml;nchen betrug sie im dritten Quartal 2017 nach Zahlen von Empirica etwa 2,7 Prozent, in Hamburg drei Prozent, in Frankfurt 3,3 Prozent. Ber&uuml;cksichtigt man Kosten von mindestens 1,5 Prozent und Steuern, bleibt da nicht viel &uuml;brig. 2004 lag die Mietrendite in Frankfurt noch bei 4,9 Prozent. Die Kaufpreise f&uuml;r eine gut ausgestattete Wohnung mit 60 bis 80 Quadratmetern liegen im Durchschnitt f&uuml;r alle Baujahre in Frankfurt bei 3440 Euro je Quadratmeter, in Hamburg auf fast gleichem Niveau, in Berlin schon bei 2860 Euro und in M&uuml;nchen bei stolzen 5890 Euro. In den 1-b-St&auml;dten sind die Preise oft niedriger und die Rendite oft h&ouml;her. In Bremen zum Beispiel 4,1 Prozent, in Mannheim 3,8 Prozent. Aber es geht auf den ersten Blick auch noch besser: F&uuml;r Oberhausen und Chemnitz liegt die Rendite bei 4,9 Prozent, die h&ouml;chsten Werte der Untersuchung.<\/p>\n<p>Das zeigt aber auch gleich das Problem. Die absolut h&ouml;chste Mietrendite kann nicht das alleinige Kriterium sein. Sie ver&auml;ndert sich st&auml;ndig, und wenn die St&auml;dte nur wenig Wachstumspotential haben, ist eine hohe Rendite nicht viel wert. Empirica misst das mit einem Schwarmindikator. Er zeigt, aus wie viel anderen Landkreisen Neub&uuml;rger zuziehen. Je mehr Kreise, umso besser. Die Idee dahinter: Der Zuzug von B&uuml;rgern sorgt f&uuml;r steigende Nachfrage nach Wohnungen und damit f&uuml;r steigende Mieten. Ziehen die Menschen aus vielen verschiedenen, auch weiter entfernten Landkreisen hinzu, ist das ein Zeichen f&uuml;r die &uuml;berregionale Attraktivit&auml;t einer Stadt. Kommen die Neub&uuml;rger hingegen nur aus der Umgebung der jeweiligen Stadt, wenn sich zum Beispiel das flache Land entv&ouml;lkert, ist das wenig zukunftstr&auml;chtig, weil der Zuzug und damit der Nachfrageanstieg begrenzt ist.<\/p>\n<p>Bei Oberhausen und Chemnitz liegt der Schwarmfaktor bei nur 36 Prozent der Kreise. Das ist wenig, 60 Prozent sollten es nach Meinung von Reiner Braun schon sein. Nach diesem Kriterium sind allen voran Berlin, Hamburg, M&uuml;nchen und das kleinere Potsdam die f&uuml;r Zuz&uuml;gler attraktivsten St&auml;dte. Hier liegt der Schwarmfaktor bei mehr als 80 Prozent. Nur leider liegen hier eben die Mietrenditen sehr niedrig. Eine f&uuml;r Vermieter noch halbwegs interessante Stadt muss also eine Mietrendite &uuml;ber dem Durchschnitt, die am besten in den vergangenen Jahren kaum gestiegen ist, einen zu erwartenden ordentlichen Zuzug und die geringsten Anzeichen von &Uuml;bertreibungen bei den Kaufpreisen aufweisen. Eine solche Stadt ist nach Ansicht von Empirica zum Beispiel Leipzig. Die Mietrendite ist seit 2004 gestiegen, was selten geworden ist und zeigt, dass etwas &Uuml;bertreibung aus dem Markt entwichen ist. Die Rendite ist mit 4,2 Prozent nicht &uuml;ppig, aber vergleichsweise hoch. Der Blasenindex zeigt keine Verschlechterung seit 2004. Und der Schwarmfaktor ist mit 73 Prozent gut. Das hei&szlig;t, die Stadt ist &uuml;berregional attraktiv und verspricht eine steigende Nachfrage. Das deckt sich auch mit der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung. Die s&auml;chsische Stadt hat in den vergangenen Jahren stark an Popularit&auml;t gewonnen. Renommierte Firmenansiedlungen etwa von Porsche, der Ausbau der Messe, eine vitale Start-up-Szene und viele Studenten geben Leipzig eine gute Perspektive. Und damit auch den Vermietern. Ein Quadratmeter ist im Durchschnitt f&uuml;r nur 1650 Euro zu haben.<\/p>\n<p>Attraktiv ist auch das oberfr&auml;nkische Bamberg. Schwarmfaktor 60, keine Verschlechterung der Gesamtlage, die Mietrendite ist gestiegen. Die historische Altstadt unter Unesco-Schutz lockt genauso wie die heute &ouml;ffnende ICE-Strecke von Berlin nach M&uuml;nchen, die Bamberg mit schnellen Zugverbindungen einbindet. Lohnenswert k&ouml;nnte auch Leipzigs ewiger Rivale Dresden mit einer Mietrendite von 3,9 Prozent sein, stabil zu 2004, und ordentlichem Zuzug, der Blasenindex zeigt nur eine leichte Verschlechterung der Gesamtlage. Die Stadt profitiert vom Tourismus, als Technologiestandort und Landeshauptstadt. Auch Passau und Flensburg sind noch vergleichsweise attraktiv.&nbsp;Ehemalige Favoriten unter den Vermietern sind hingegen derzeit nicht zu empfehlen. St&auml;dte wie Freiburg, Regensburg, Erlangen oder Ingolstadt fallen durch stark gesunkene Mietrenditen auf, die unter drei Prozent liegen und damit sogar noch die Ballungszentren unterschreiten. In Ingolstadt, bedingt durch die Audi-Zentrale und die N&auml;he zu M&uuml;nchen, kostet der Quadratmeter schon mehr als in Frankfurt oder Hamburg. In Freiburg ist es sogar noch teurer. Aber zum Gl&uuml;ck gibt es noch ein paar Alternativen.<\/p>\n<p>Quelle: F.A.Z.<\/p>\n<h3>PRESSEKONTAKT<\/h3>\n<p><b>wwr publishing GmbH &#038; Co. 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