{"id":188,"date":"2017-07-03T18:11:33","date_gmt":"2017-07-03T16:11:33","guid":{"rendered":"http:\/\/dresdentipps.de\/?p=188"},"modified":"2017-07-03T18:11:33","modified_gmt":"2017-07-03T16:11:33","slug":"villa-verfaellt-trotz-neubauten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=188","title":{"rendered":"Villa verf\u00e4llt trotz Neubauten"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><p dir=\"ltr\">Hoffnung keimt, seit an der Glacisstra\u00dfe neben dem Behrschen Haus gebaut wird. Doch das Denkmal bleibt unber\u00fchrt. Die Baugrube ist bereits ausgehoben. Ein buntes Bauschild verk\u00fcndet an der Kreuzung Wigard-\/Glacisstra\u00dfe, dass hier zwei neue Wohnh\u00e4user gebaut werden. Die Firma Gamma Immobilien nennt sie Vorder- und Gartenhaus. Die W\u00fcrfel mit Flachdach sind f\u00fcnf- und viergeschossig farblich in Wei\u00df und Grau gehalten. Irritiert sucht der Passant auf dem Schild nach dem Behrschen Haus, der Villa, die auf dem Eckgrundst\u00fcck steht. Doch f\u00fcr sie gibt es offenbar keine Sanierungspl\u00e4ne. Im Internetauftritt des Bautr\u00e4gers finden sich keine Informationen. Auf SZ-Anfragen antwortet er nicht. Dabei sorgen sich viele Dresdner um das denkmalgesch\u00fctzte Geb\u00e4ude, das zu den letzten erhaltenen Geb\u00e4uden des Ensembles Innere Neustadt z\u00e4hlt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Seit Anfang der 1990er-Jahre steht das Behrsche Haus leer und verf\u00e4llt. Zwar wurden das Dach vor sieben Jahren notd\u00fcrftig gesichert und neue Dachrinnen angebaut. Doch mehr hat sich an dem sp\u00e4tklassizistischen Haus nicht getan. \u201eUmso mehr habe ich mich gefreut, als ich auf dem Grundst\u00fcck Bauarbeiten sah\u201c, sagt Gr\u00fcnen-Stadtrat Thomas L\u00f6ser. Doch diese Freude w\u00e4hrte nur kurz. Auf Nachfrage erfuhr er vom Stadtplanungsamt, dass Gamma nicht vorhat, die Villa zu sanieren. <\/p>\n<p>F\u00fcr L\u00f6ser ist das eines der Beispiele im Umgang mit Investoren, gegen die er als baupolitischer Sprecher seiner Fraktion und Mitglied der Gestaltungskommission k\u00e4mpft. \u201eDie Behrsche Villa steht an sehr exponierter Stelle. Warum nutzt die Verwaltung hier nicht ihre M\u00f6glichkeiten und genehmigt Gamma Immobilien die Neubauten nur unter Ma\u00dfgabe, dass auch die Villa saniert wird?\u201c, fragt der Stadtrat. Stattdessen segne das Stadtplanungsamt zwei Geb\u00e4ude ab, die nach L\u00f6sers Ansicht das Denkmalhaus durch ihre H\u00f6he nahezu erdr\u00fccken und sehr dicht an dieses herangebaut werden. Zudem sei der architektonische Anspruch nicht ann\u00e4hernd vergleichbar mit dem des gegen\u00fcberliegenden Attriums am Rosengarten. Er spricht von zwei weiteren gesichtslosen Flachdach-Kl\u00f6tzen in Wei\u00df-Grau. \u201e Das ist kein Ausweis von Moderne, sondern eher von Gestaltungsunwilligkeit. Um solche Bauten zu verhindern, haben wir f\u00fcr Blasewitz und Striesen Erhaltungssatzungen erstritten. Jetzt wird sehenden Auges eine Umgebung ma\u00dfgeblich ver\u00e4ndert, und die Stadt schaut tatenlos zu\u201c, sagt L\u00f6ser ver\u00e4rgert. <\/p>\n<p>Das Denkmalschutzamt schreibt auf SZ-Anfrage, dass es \u201edenkmalrechtlich nicht m\u00f6glich ist, die Erteilung einer Neubaugenehmigung bzw. die Zustimmung zu Neubauten mit Sanierungsauflagen f\u00fcr ein Denkmal zu verkn\u00fcpfen.\u201c Zwischen beiden Inhalten bestehe kein denkmalrechtlicher Zusammenhang. \u201eDie Stadt h\u00e4tte wenigstens versuchen k\u00f6nnen, mit dem Bauherren zu reden\u201c, sagt L\u00f6ser. Es gebe inzwischen Investoren, die mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Projekte vor dem Bau mit der Gestaltungskommission absprechen. Daf\u00fcr habe die Kooperation von Rot-Rot-Gr\u00fcn lange gek\u00e4mpft. Jetzt entwickle sich langsam diese Kultur f\u00fcr Gestaltungsfragen. \u201eEs ist Aufgabe des Stadtplanungsamtes, den Bautr\u00e4ger zu beraten, damit solche Projekte wie an der Glacisstra\u00dfe nicht einfach so umgesetzt werden\u201c, sagt L\u00f6ser. <\/p>\n<p>Vor allem Wettbewerbe seien geeignet, um gute L\u00f6sungen f\u00fcr solch sensiblen Orte zu finden. Dies sei dem Stadtplanungsamt am Neumarkt mit dem Quartier Hoym sowie bei der Lingnerstadt gut gelungen. \u201eGeb\u00e4ude pr\u00e4gen die Stadt viele Jahre, im besten Fall Jahrhunderte. Da sollten wir uns die Zeit f\u00fcr Qualit\u00e4t nehmen\u201c, sagt L\u00f6ser und verweist auf einen Gastbeitrag des fr\u00fcheren Baub\u00fcrgermeisters Gunter Just in der SZ vom 24. Juni. Darin hatte der gefordert, dass die Stadt Baukultur von Investoren erzwingen sollte, notfalls auch mit rechtlichen Mitteln. Und dass sie ihre Handlungsspielr\u00e4ume besser nutzen sollte. \u201eDa stimme ich Herrn Just voll zu\u201c, sagt L\u00f6ser. \u201eWir m\u00fcssen den Bauherren klarmachen, dass wir nicht mehr bereit sind, uns weiter Nullachtf\u00fcnfzehn-Projekte vor die Nase knallen zu lassen. Diese Verantwortung sehe ich insbesondere beim Leiter des Stadtplanungsamtes Stefan Szuggat.\u201c <\/p>\n<p>Nach SZ-Informationen hat Gamma Immobilien vor, die Villa zu verkaufen. Bis dahin ist die Firma zum Erhalt der Villa verpflichtet. Sie wurde 1832 fertiggestellt und vom sp\u00e4teren s\u00e4chsischen Finanz- und Justizminister Johann Heinrich August von Behr bewohnt.<\/p>\n<p>Quelle: S\u00e4chsische Zeitung (<a href=\"http:\/\/www.sz-online.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" class=\"broken_link\">www.sz-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hoffnung keimt, seit an der Glacisstra\u00dfe neben dem Behrschen Haus gebaut wird. Doch das Denkmal bleibt unber\u00fchrt. 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