{"id":1474,"date":"2018-12-04T04:04:47","date_gmt":"2018-12-04T03:04:47","guid":{"rendered":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=1474"},"modified":"2018-12-04T04:04:47","modified_gmt":"2018-12-04T03:04:47","slug":"bitcoin-nicht-massentauglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dresdentipps.de\/?p=1474","title":{"rendered":"Bitcoin nicht massentauglich"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div><p><strong>Gegenw&auml;rtig w&auml;re ein&nbsp;fl&auml;chendeckender&nbsp;Zahlungsverkehr&nbsp;durch&nbsp;Kryptow&auml;hrungen&nbsp;mit hohen Risiken und Kosten verbunden. Eine digitale&nbsp;Zentralbankw&auml;hrung&nbsp;k&ouml;nnte dagegen positive Effekte f&uuml;r das Geld- und&nbsp;Kreditsystem&nbsp;haben. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Instituts f&uuml;r Weltwirtschaft (IfW&nbsp;Kiel) in einer Studie f&uuml;r das Europ&auml;ische Parlament.<\/strong><\/p>\n<p>In der Analyse &bdquo;Virtual&nbsp;Currencies&ldquo; wird zwischen&nbsp;Digitalw&auml;hrungen&nbsp;im Allgemeinen und&nbsp;Kryptow&auml;hrungen&nbsp;wie dem&nbsp;Bitcoin&nbsp;im Besonderen unterschieden, bei denen Transaktionen und&nbsp;Autorisierungen&nbsp;mithilfe&nbsp;kryptografischer&nbsp;Technologien abgewickelt und deshalb keine zentralen, vertrauensw&uuml;rdigen Gegenparteien zur&nbsp;Zahlungsabwicklung&nbsp;ben&ouml;tigt werden. Den&nbsp;Bitcoin&nbsp;in seiner heutigen Form&nbsp;stufen&nbsp;die Forscher dabei als nicht&nbsp;massentauglich&nbsp;ein.<\/p>\n<p>&bdquo;Das Konzept des&nbsp;Bitcoins&nbsp;und&nbsp;&auml;hnlicher&nbsp;Kryptow&auml;hrungen&nbsp;erzwingt mit steigender Nutzung zunehmend&nbsp;energieintensive&nbsp;Rechenoperationen und f&uuml;hrt zu mitunter hohem Zeitbedarf f&uuml;r Transaktionen,&nbsp;sodass&nbsp;&uuml;ber&nbsp;Bitcoins&nbsp;auch nicht ansatzweise das Volumen und die Geschwindigkeit des internationalen Zahlungsverkehrs abgebildet werden k&ouml;nnte&ldquo;, sagte&nbsp;Salomon&nbsp;Fiedler, Experte f&uuml;r Geldpolitik am&nbsp;IfW&nbsp;Kiel und einer der Autoren der Studie. Dies k&ouml;nnte sich allerdings&nbsp;&auml;ndern, wenn es im Zuge der weiter anhaltenden&nbsp;Entwicklert&auml;tigkeit&nbsp;gelingt, die technischen Unzul&auml;nglichkeiten heutiger&nbsp;Kryptow&auml;hrungen&nbsp;zu &uuml;berwinden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Aus heutiger Sicht spr&auml;chen gegen&nbsp;Kryptow&auml;hrungen&nbsp;als Zahlungsmittel zudem&nbsp;ihre&nbsp;enormen&nbsp;Wertschwankungen. &bdquo;Kryptow&auml;hrungen&nbsp;k&ouml;nnen nicht auf einen fundamentalen Gegenwert zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden. Sie werden im Moment vor allem aus spekulativen&nbsp; Gr&uuml;nden gekauft. Investoren erhoffen sich hohe Wertsteigerungen. Schon kleine&nbsp;&Auml;nderungen&nbsp;bei Angebot und Nachfrage f&uuml;hren &nbsp;aufgrund des geringen&nbsp;Handelsvolumens&nbsp;und der geringen Anzahl an Akteuren zu starken&nbsp;Kursschwankungen. Die hohe Volatilit&auml;t der&nbsp;Kryptow&auml;hrungen&nbsp;erschwert zudem ein klassisches&nbsp;Risikomanagement&ldquo;, sagte&nbsp;Fiedler.<\/p>\n<p>Des Weiteren sei die Entwicklung und Umsetzung eines&nbsp;Regelwerkes&nbsp;f&uuml;r&nbsp;Kryptow&auml;hrungen&nbsp;noch nicht abgeschlossen. &bdquo;Die Formulierung angemessener Regeln wird auch dadurch erschwert, dass&nbsp;Kryptow&auml;hrungen&nbsp;sowohl als W&auml;hrung als auch als Wertgegenstand Verwendung finden, woraus unterschiedliche und teils widerspr&uuml;chliche Anforderungen an die Regulierung erwachsen&ldquo;, so&nbsp;Fiedler. &bdquo;F&uuml;r die Vergangenheit gibt es deutliche Hinweise darauf, dass auf&nbsp;Kryptob&ouml;rsen&nbsp;die Preis-bildung&nbsp;manipuliert wurde, etwa durch&nbsp;Scheinorders&nbsp;oder&nbsp;Handelsbots.&ldquo;<\/p>\n<p>Als Chance f&uuml;r mehr Stabilit&auml;t im Finanzsystem und zur&nbsp;Disziplinierung&nbsp;von Gesch&auml;ftsbanken betrachten die Autoren eine digitale&nbsp;Zentralbankw&auml;hrung, die in ihrer Funktion Bargeld als gesetzlichem Zahlungsmittel gleichgestellt w&auml;re. Damit w&uuml;rden Gesch&auml;ftsbanken ihr Privileg verlieren, als einzige Institutionen Geld f&uuml;r private&nbsp;Haushalte&nbsp;in Form von&nbsp;Sichteinlagen&nbsp;aufzubewahren, etwa auf einem Girokonto oder in Form von Tagesgeld. Die Folgen eines solchen Schrittes bezeichnen die Autoren als potenziell &bdquo;disruptiv&ldquo; f&uuml;r das bisherige&nbsp;Bankensystem, er w&uuml;rde Anreize zugunsten eines&nbsp;Vollgeldsystems&nbsp;setzen, insbesondere wenn dies mit einer Lockerung der traditionellen&nbsp;Einlagensicherung&nbsp;einherginge.<\/p>\n<p>&bdquo;Die M&ouml;glichkeit der Gesch&auml;ftsbanken zur Geldsch&ouml;pfung w&auml;re eingeschr&auml;nkt. Wenn sie&nbsp;ihre&nbsp;Bilanzsummen&nbsp;aufrechterhalten m&ouml;chten, m&uuml;ssten sie entweder&nbsp;ihre&nbsp;Zinsen und Konditionen f&uuml;r Einleger verbessern oder auf alternative&nbsp;Finanzierungsarten&nbsp;ausweichen. Die Zentralbank h&auml;tte durch eine digitale&nbsp;Zentralbankw&auml;hrung&nbsp;eine st&auml;rkere Kontrolle &uuml;ber die im Umlauf befindliche Geldmenge. All das w&uuml;rde dem Finanzsystem im Vergleich zu heute mehr Stabilit&auml;t verleihen&ldquo;, so&nbsp;Fiedler. Der&nbsp;&Uuml;bergang&nbsp;berge allerdings das Risiko erheblicher&nbsp;Verwerfungen&nbsp;im&nbsp;Bankensystem&nbsp;und m&uuml;sse daher schrittweise und mit Bedacht erfolgen. &bdquo;Insgesamt k&ouml;nnen&nbsp;Kryptow&auml;hrungen&nbsp;einzelnen Personen zwar auch heute schon einen&nbsp;gewissen&nbsp;Nutzen bieten, vor allem bei der Umgehung staatlicher Kontrolle. Dem Durchbruch als weit verbreitetes Zahlungsmittel stehen aber technische Unzul&auml;nglichkeiten entgegen, zudem ist das&nbsp;regulatorische&nbsp;Umfeld noch nicht ausgereift.&ldquo;<\/p>\n<p>Quelle: Pressemitteilung&nbsp;IFW&nbsp;Kiel<\/p>\n<p><em>Das Kieler Institut f&uuml;r Weltwirtschaft (IfW) ist ein Zentrum&nbsp;weltwirtschaftlicher&nbsp;Forschung, wirtschaftspolitischer Beratung und&nbsp;&ouml;konomischer&nbsp;Ausbildung. Das Institut sieht seine Hauptaufgabe in der Erforschung&nbsp;innovativer&nbsp;L&ouml;sungsans&auml;tze&nbsp;f&uuml;r dr&auml;ngende weltwirtschaftliche Probleme. Auf Basis dieser Forschungsarbeiten ber&auml;t es Entscheidungstr&auml;ger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und informiert die&nbsp;&Ouml;ffentlichkeit&nbsp;&uuml;ber wichtige wirtschaftspolitische Zusammenh&auml;nge.<\/em><\/p>\n<h3>PRESSEKONTAKT<\/h3>\n<p><b>wwr publishing GmbH &#038; Co. 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